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Haus Rosenberg des Kuratorium
Wiener Pensionisten Wohnhäuser

Rosenhügelstraße 192
1130 Wien
Tel +43/(0)1 : 888 63 81
Haus.Rosenberg@kwp.at


 


Bericht aus der Demenzstation im Haus Rosenberg.
„Die Biographie als Schlüssel zum Selbst“

Frau Maria S. ist heute 81 Jahre alt und lebt im Seniorenheim. In den letzten Monaten hat sie sich immer mehr in sich zurückgezogen. Manchmal sitzt sie bei Tisch und hat die Augen geschlossen. Sie nimmt kaum am Tagesgeschehen teil. Oft weiß sie nicht mehr, wo sie sich gerade befindet. Nach dem Interaktionsbogen von Prof. Böhm befindet sich Frau S. auf Stufe 5. Das entspricht der emotionalen Erreichbarkeit eines 5jährigen Kindes.


Psychobigrafisches Fotoalbum

Am Colibri wurde für Maria S. ein eigenes psychobiografisches Fotoalbum angelegt. Die Bilder stammen vorwiegend aus Kindheit und Jugendzeit von Frau S.
Den Betreuenden im Haus ist bekannt, dass Frau S. aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt, als behütetes Einzelkind aufwuchs und sehr viele Ausflüge mit ihrem Vater unternahm. Er war ihre Identifikationsfigur und ihr großes Vorbild. Für Frau S. wichtige Themen waren immer wieder das Aussehen, Gewicht und Essen.


 


Erfolgreiche Aktivierung

Um die Aktivierung mit Unterstützung durch den Colibri erfolgreich zu gestalten, achten die Betreuenden auf die emotionale Erreichbarkeit von Frau S. Wenn sie mit geschlossenen Augen im Wohnzimmer sitzt, ist die Kontaktaufnahme nur über die Berührung möglich. Das Interesse von Frau S. wird dadurch geweckt, dass man ihr das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes – wie in ihrer Kindheit – zu sein.

Bilder im Großformat

Vor der Aktivierung wird der Colibri eingeschaltet und das Fotoalbum geöffnet.
Der Einstieg erfolgt über ein Bild, das Frau S. als schön gekleidetes Mädchen mit Puppe in der Hand zeigt. Frau S. erkennt sich sofort und beginnt zu erzählen. Sie verknüpft diesen Bildinhalt auch mit dem nächsten Foto, das ihr am Colibri präsentiert wird: Ihre so geliebte Grießnockerlsuppe und voll Freude berichtet sie auch noch von einem Ausflug mit ihrem Vater. Sie nimmt auch die weitern vier Fotos, die ihr mittels Album am Colibri gezeigt werden wahr und kommentiert sie. Besonders überraschend für die Betreuenden ist, als Frau S. beim Anblick eines Bildes mit Schaffnerin aus der Nachkriegszeit gleich erklärt, auch sie habe für kurze Zeit diesen Beruf ausgeübt, aber der hier gezeigte Wagon fuhr nicht auf ihrer Linie.
Nach nur fünf Minuten befindet sich Frau S. im emotionalen Zustand einer Erwachsenen. Sie ist wach und nimmt am Alltagsgeschehen teil – sie beobachtet das Geschehen im Haus und kommentiert es.


Umsetzung der emotionalen Erreichbarkeit im Alltag

Im Alltag wird nun versucht die emotionale Erreichbarkeit zu erhalten, indem man ihre besondere Herkunft hervorhebt und berücksichtigt.
Mit der einfachen Maßnahme Frau S. zur Tischdame beim gemeinsamen Essen zu machen und ihr das Essen zuerst zu servieren, das sie dann auch an die anderen Damen verteilt wird ihr das Gefühl vermittelt jemand Besonderer zu sein.

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