Demenz pflegen heißt das veränderte Erleben zu verstehen.

Demenzerkrankungen sind keine Einzelfälle. Bereits 80% aller Seniorenheimbewohner weisen Symptome der verschiedenen Krankheitsstadien auf. Da Demenz ein altersbedingtes Phänomen ist, wird die Zahl der Betroffenen aufgrund der steigenden Lebenserwartung weiter zunehmen.

Das Leben eines Demenzkranken Menschen und das Zusammenleben mit ihm verändern sich nicht schlagartig. Vielmehr ist Demenz ein schleichender Prozess, der die gewohnte Erlebniswelt des Betroffenen verdunkelt. Auf anfängliche leichte Vergesslichkeit folgt der Verlust einzelner Tageserlebnisse, im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf mischen sich Halluzinationen mit real erlebten Begebenheiten zu beunruhigenden Bildern, Ohnmachtgefühle und Frustrationen führen in den meisten Fällen zu Depressionen. Die Unfähigkeit sich auszudrücken mündet in das Gefühl nicht verstanden zu werden und endet in Aggressionen gegenüber Angehörigen und Pflegepersonal. Im Endstadion der Erkrankung findet kaum noch Interaktion mit der Umwelt statt, die Krankheit beeinträchtigt auch Nahrungsaufnahme und Körperhygiene. Der Patient ist trotz vorhandenem Bewusstsein vollkommen von seiner Umwelt isoliert.

Die Diagnose einer Demenzerkrankung ist auch für die Angehörigen eine große Belastung. Demenz bedeutet für sie das einseitige Ende einer Lebensbeziehung.

Pflegekräfte und Angehörige sind in ihrer Fürsorgefunktion besonders gefordert. Neben der Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen ist ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen notwendig, da durch Demenz beeinträchtigte Personen eine stark veränderte Erlebnis-Wahrnehmung und –Verarbeitung besitzen.